Pressemitteilung

Future Chorweiler: Neue Perspektiven für den Kölner Norden

Gottfried-Böhm-Stipendiatin Leona Dusanovic präsentiert Ergebnisse ihres Stadtentwicklungsprojekts

Köln, 12. Oktober 2026 – Im Rahmen eines Empfangs von Oberbürgermeister Torsten Burmester im Historischen Rathaus zu Köln präsentierte Leona Dusanovic, zweite Stipendiatin des Gottfried-Böhm-Stipendiums, die Ergebnisse ihres einjährigen Projekts. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Frage, wie sich Chorweiler aus seiner eigenen Geschichte und seinen bestehenden Strukturen heraus weiterentwickeln lässt.

Leona Dusanovic stammt aus Melbourne in Australien und arbeitet seit 2017 als Architektin. Ihren Masterabschluss absolvierte sie an der RMIT University in Melbourne. Für ihre Arbeit wurde sie unter anderem mit dem Victorian Architecture Award und dem Fender Katsalidis Prize ausgezeichnet. 2025 setzte sie sich im Auswahlverfahren für das Gottfried-Böhm-Stipendium gegen 104 Bewerbungen aus 45 Ländern und sechs Kontinenten durch.

Unter dem Titel „Future Chorweiler“ richtet Dusanovic den Blick auf das alltägliche Leben im Stadtteil. Ausgangspunkt ihres Entwurfs sind zwei bestehende Orte, ein Einkaufszentrum und ein Autohaus. Daraus entwickelt sie zwei Nachbarschaftszentren, die neue Räume für Begegnung und Gemeinschaft schaffen sollen. Für den Liverpooler Platz sieht der Entwurf unter anderem einen neuen Stadtpark vor. Für Feldkassel entwickelt Dusanovic eine Grundschule mit einem Wald auf dem Dach. Dabei greift sie Themen auf, die eng mit der Geschichte Chorweilers verbunden sind. Dazu zählen unterschiedliche Vorstellungen von Gemeinschaft, das Verhältnis von Stadt und Landschaft und die Entwicklung des Stadtteils vom ländlichen Raum zum urbanen Quartier.

Auch das architektonische Erbe Gottfried Böhms spielt in ihrer Arbeit eine Rolle. Ein Besuch der Kirche St. Matthäus nördlich von Chorweiler im Jahr 2024 wurde zu einem wichtigen Impuls für ihr Projekt. Dusanovic beschreibt den Ort als einen Raum, der für das alltägliche Leben gestaltet wurde.

Stipendiatin Leona Dusanovic bei der Präsentation ihres Projekts „Future Chorweiler“ im Historischen Rathaus der Stadt Köln. Foto: Tom Zygmann | ZygToGrafie

Empfang im Historischen Rathaus

Eröffnet wurde der Empfang von Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester. In seiner Begrüßung würdigte er das Gottfried-Böhm-Stipendium als wichtigen Impuls für die Stadtentwicklung. Das Stipendium eröffne die Möglichkeit, Köln aus neuen Perspektiven zu betrachten. Dusanovics Arbeit zeige dies am Beispiel Chorweilers und nehme dabei gezielt die Geschichte und die bestehenden Strukturen des Stadtteils in den Blick.

Nach den einleitenden Worten folgten Statements von Professorin Sylvia Heuchemer, Präsidentin der Technischen Hochschule Köln, und Susanne Fabry, Vorsitzende der Freunde und Förderer der Technischen Hochschule Köln e. V. Fabry hob hervor, dass das Stipendium postgraduierten Architektinnen und Stadtplanern die Möglichkeit gebe, sich ein Jahr lang intensiv mit Köln auseinanderzusetzen. Zugleich verwies sie auf die internationale Resonanz des Programms und wie weit Gottfried Böhms Werk und sein architektonisches Erbe über Köln hinaus ausstrahlen.

Prof. Paul Böhm, Sohn des verstorbenen Architekten Gottfried Böhm, würdigte in seinem Schlusswort die Arbeit von Dusanovic: „Es ist wichtig, dass wir uns immer wieder mit Architektur und mit der Frage beschäftigen, wie unsere gebaute Umwelt unser Zusammenleben prägt. Die besondere Qualität des Stipendiums liegt darin, offen und unvoreingenommen auf Köln zu schauen und bestehende Strukturen neu zu hinterfragen. Leona Dusanovic zeigt mit ihrer Arbeit, wie Architektur neue Perspektiven auf einen Stadtteil eröffnen und Impulse für seine weitere Entwicklung geben kann.“

Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober 2026 im Spanischen Bau des Historischen Rathauses kostenfrei für die Öffentlichkeit zu sehen und bietet allen Interessierten die Möglichkeit, die Ergebnisse von Leona Dusanovics Projekt „Future Chorweiler“ kennenzulernen.

Über das Gottfried-Böhm-Stipendium

Das Gottfried-Böhm-Stipendium fördert Architektinnen und Stadtplaner in der Postgraduiertenphase, die besonders interessiert sind an der Verbindung zwischen Architektur und Städtebau. Unter der Schirmherrschaft von Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester findet das einjährige Residenzstipendium in der Metropole Köln statt. Die Stipendiatin beziehungsweise der Stipendiat bekommt die Möglichkeit, für ein Jahr an kreativen und visionären Aufgaben der Architektur und des Städtebaus für Köln und Peripherie zu arbeiten. Für diesen Zeitraum erhält sie oder er eine kostenfreie Unterkunft, einen Arbeitsplatz in einem kreativen Umfeld mitten in der Stadt und eine monatlichen Förderbetrag von insgesamt 2.500 Euro. Ausgeschrieben und betreut wird das Stipendium vom Verein der Freunde und Förderer der Technischen Hochschule Köln e.V. Mit dem Stipendium wollen die Stadt Köln und die Förderinnen und Förderer des Stipendiums den 2021 verstorbenen Pritzker-Preis-Träger ehren.

 

Beim Empfang zum Gottfried Böhm Stipendium im Historischen Rathaus,
v. l.: Kevin Krukau, Prof. Sylvia Heuchemer, Thomas Müller, Frank Siegburg,
Stipendiatin Leona Dusanovic, Susanne Fabry und Prof. Paul Böhm.